Kulturwege in Dänemark

In der gesamten Landschaft finden sich Spuren der interessanten Geschichte Mitteljütlands. Einige davon sind ohne Weiteres sichtbar, andere sind unter der Erde verborgen.

Kulturwege in Dänemark

Die Spuren finden sich überall in der offenen westjütländischen Landschaft und der rauen Küstenlinie über die mitteljütländische von Wald bedeckte Hügellandschaft Søhøjlandet bis zu den Fjorden, Hügeln und Steilküsten an der Nase der Halbinsel Djursland. Zu allen Zeiten hat der Mensch in allen Gegenden durch seine Aktivitäten Spuren hinterlassen.

"Götter und Mythen" informiert über einzigartige Lokalitäten aus der interessanten Vorzeit Mitteljütlands. Machen Sie eine Kulturreise durch diese Landschaft. Erforschen Sie für sich die Geschichte vor Ort. Hier, bei den riesigen Runensteinen und den großen Hünengräbern, sind viele Erlebnisse garantiert. Hier gibt es so manchen Kirchenschatz, und man kann viel über die Kriege und den Kult in den Sümpfen der Eisenzeit erfahren.

Das Museum Ostjütland

Ein Museum, drei Kleinstädte, 15000 Jahre Geschichte

Faktenwissen, Erlebnisse und Nachdenken. Das sind die drei Ziele, denen sich das Museum Ostjütland bei seinen Vermittlungsaktivitäten verschrieben hat. Die Museumsabteilungen in den Städten Randers, Ebeltoft und Grenaa beherbergen einige der spektakulärsten kulturgeschichtlichen Ausstellungen in Mitteljütland - Ausstellungen über Glaube, Aberglaube und Mystik. Schauen Sie sich in Randers die Runensteine aus der Wikingerzeit an. Besuchen Sie in Grenaa die Hünengräber aus der Steinzeit oder lassen Sie sich in Ebeltoft von der magischen Stimmung in der einzigartigen Siamesischen Sammlung inspirieren und verführen. Zum Museum Ostjütland gehören auch das Alte Rathaus in Ebeltoft, das Handwerksmuseum in Randers sowie der Färberhof in Ebeltoft.

Kulturwege in Dänemark

Tourbeschreibung

1. Der Mejlby-Stein. Die magische Botschaft des Runensteins

Der Mejlby-Stein im Museum Ostjütland in Randers erzählt die unglaubliche Geschichte von Åne, der vor 1000 Jahren einen Gedenkstein für seinen Sohn Erik errichtete, welcher zusammen mit Thore im Öresund ums Leben gekommen war. Vier kurze mit Runenschrift in den Stein gemeißelte Zeilen berichten von einem großen Drama, über das der Stein selbst mit Hilfe digitaler Technik informiert. Außer dem Mejlby-Stein mit dessen fantastischer Geschichte sind im Museum Ostjütland in Randers vier weitere Runensteine zu sehen. Durch diese Steine kann man sich über andere Wikingervorfahren der Dänen informieren: Toke, Thorstein, Inge, Askatle und Spege. Sie alle lebten vor 1000 Jahren.

2. Die Kirche in Ålum

In dem Gebiet zwischen den Städten Randers und Viborg gibt es die größte Konzentration von Runensteinen in Dänemark. Bei den Runensteinen handelt es sich um magische Gedenksteine aus der Wikingerzeit, die ublicherweise an Stellen platziert wurden, wo viele Menschen vorbeikamen, so dass sie von vielen gesehen wurden. Nach dem Ende der Wikingerzeit und mit der Einführung des Christentums in Dänemark wurden viele der Steine zum Bau von Kirchen verwendet. Daher findet man heute zahlreiche Exemplare dieser Steine in oder an Kirchen. In der Kirche in Ålum bei Randers gibt es nicht weniger als vier Runensteine. Einer davon wurde von einer Frau, Thyra, gesetzt. Sie wollte damit an ihren Neffen erinnern, den sie mehr geliebt hatte als ihren eigenen Sohn. 

Die Kirche in Ålum

3. Tustrup. Kult und Begräbnisse in der Steinzeit

In der dänischen Landschaft sind noch immer Reste von mehreren tausend Steingräbern aus der Jungsteinzeit zu finden. Nirgendwo im Lande gibt es jedoch eine Anlage wie die in herrlicher Natur gelegene bei Tustrup. Hier sind zwei kleinere Dolmen sowie ein Hünengrab erhalten, das zu den größten in Jütland gehört. Letzteres kann sogar betreten werden. Besonders ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Gräber in einem Halbkreis um eine Kultstätte herum angebracht sind. Hier wurden bei den Begräbnissen die vor 5200 Jahren üblichen Rituale ausgeführt.

4. Stenvad. Dolmen auf dänischen Geldscheinen

Ursprünglich hat es in Dänemark wohl an die 40000 Steingräber gegeben. Sie wurden alle in der Periode zwischen 3500 bis 3100 v.Chr. errichtet. Heute sind die Reste von nur etwa 2400 solcher Gräber bekannt. Der Dolmen bei Stenvad wird von vielen Dänen als ein klassisches Steingrab aus der Jungsteinzeit aufgefasst, nicht zuletzt weil er bis 1970 auf der Rückseite des dänischen 50-Kronen- Scheins abgebildet war. Der Dolmen ist heute freigelegt, so dass man die Steine, aus denen die Grabkammer besteht, sehen kann. So sah der Dolmen jedoch nicht immer aus. Ursprünglich bestand er aus zwei auf einer Anhöhe platzierten und von Steinen umgebenen Grabkammern.

Stenvad. Dolmen auf dänischen Geldscheinen

5. Das Poskær-Steinhaus. Dänemarks größter Runddolmen ist ein Zwilling

Das aus der Zeit um 3300 v. Chr. stammende Poskær-Steinhaus ist der größte Runddolmen in Dänemark und eines der bekanntesten und sehenswertesten großen Steingräber aus der Jungsteinzeit. Der zwischen den Orten Agri und Knebel auf der Halbinsel Mols gelegene Runddolmen hat eine herrliche Lage. Bei dem großen etwa 15 Tonnen schweren Stein, der die Grabkammer des Dolmens abdeckt, handelt es sich um die Hälfte eines Steins, der von den Bauern der Steinzeit zerhauen wurde. Die andere Hälfte des Steins, die um die 19 Tonnen wiegt, wurde zur Abdeckung des zwei Kilometer von Poskær befindlichen Grovlegård-Dolmens verwendet. In der Gegend befinden sich außerdem 24 weitere unter Denkmalschutz stehende Dolmen.

Das Poskær-Steinhaus. Dänemarks größter Runddolmen ist ein Zwilling

6. Die Kirche in Råsted. 900 Jahre alte Bilder an den Wänden

In der Kirche in Råsted nördlich der Stadt Randers kann man eine der umfangreichsten und komplettesten Fresken-Gestaltungen aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bewundern. Die Fresken waren seit dem Mittelalter übermalt und wurden seit den 1930er Jahren wieder freigelegt. Sie zeigen Motive aus dem Neuen Testament, die wahrscheinlich von Schauspiel-Aufführungen, die zu kirchlichen Festen hier stattfanden, inspiriert sind. Heute sind die 900 Jahre alten Malereien vielleicht schwer verständlich, aber ein Besuch hier lohnt sich allein wegen ihrer Schönheit. 

Die Kirche in Råsted. 900 Jahre alte Bilder an den Wänden

7. Die Kirche in Råby. Zentaur, Seejungfrau und andere Fantasiewesen

In der Kirche in Råby gibt es einen wahren Schatz an merkwürdigen Fresken aus dem frühen 16. Jahrhundert. An den Wölbungen der Kirche finden sich zahlreiche Fantasiewesen, z.B. eine Seejungfrau, ein einäugiger Zyklop und ein Mann mit einem Hundekopf. Eine männliche Gestalt mit einem als Sonnenschirm benutzten großen Fuß galt am Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Fresken entdeckt wurden, als wirklich starke Kost. Er und sein erigiertes Glied wurden zusammen mit den meisten anderen Fantasiewesen wieder übermalt. Erst 1976 wurden sie wieder freigelegt, so dass man sie heute wieder betrachten kann. Die Fresken in Råby stammen aus derselben Werkstatt wie jene aus der Kirche in Dalbyover.

Die Kirche in Råby. Zentaur, Seejungfrau und andere Fantasiewesen

8. Kirche in Dalbyneder. Reisebeschreibung mit Überraschungen

In der Kirche in Dalbyneder kann man eine fantastische Reise in das Univers des Mittelalters unternehmen. Die Welt des Mittelalters war groß, und die Menge an Informationen begrenzt. Nur wenige wussten, was sich außerhalb der eigenen Umgebung ereignete. Deshalb gab es viel Deutungsspielraum, z.B. dafür, wer in Ägypten, Indien oder anderen Teilen Asiens lebte. Der Mann mit dem Bockshorn, der Mann mit dem Hundekopf, der Schattenfüßer, der Zentaur sowie die anderen fantasievollen Wesen der Fresken in der Kirche von Dalbyneder stammen wahrscheinlich aus der fantasievollen Beschreibung einer Reise des Jean de Mandeville, die dieser Ende des 14. Jahrhunderts unternahm. Diese Reisebeschreibung, die Ende des 15. Jahrhunderts in illustrierter Form herausgegeben wurde, kann als Vorlage für die Fresken in den Kirchen von Dalbyneder und Råby gedient haben.

9. Die Hügel von Thorsø. Mehrere Hügel aus der Bronzezeit

Die nordwestlich der Stadt Grenaa gelegenen Hügel von Thorsø zeugen von der Mystik der Bronzezeit. Von neun Hügeln mit Grabstätten aus der Zeit von 1700 bis 1200 v. Chr. hat man einen herrlichen Blick über das Kattegat. Acht der Hügel sind rund, während der neunte eine längliche Form aufweist. Wegen dieser Form hat er den Namen Mehlsack erhalten. Die Hügel, die zu einer Gruppe von ursprünglich 25-30 Grabhügeln gehören, vermitteln einen deutlichen Eindruck davon, wie dicht aneinander die Grabhügel gelegen haben und wie sehr die Landschaft in der Bronzezeit von ihnen geprägt war. Fundstücke von Ausgrabungen bei den nicht mehr vorhandenen Grabhügeln befinden sich in der Sammlung des Museums Ostjütland.

Die Hügel von Thorsø. Mehrere Hügel aus der Bronzezeit

10. Die Hügel Stabelhøje. Grabhügel aus der Bronzezeit

Die beiden Hügel Stabelhøje bei dem Ort Agri im Nationalpark der Hügellandschaft Mols Bjerge gehören zu den sehenswertesten Grabhügeln aus der späten Bronzezeit (1800-1000 v. Chr.). Aufgrund ihrer Höhe von 130 Metern gehören sie gleichzeitig zu den besten Aussichtspunkten in ganz Dänemark. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf die Aarhuser Bucht, die Bucht von Ebeltoft und die Hügellandschaft der Mols Bjerge. Archäologische Ausgrabungen sind hier nie durchgeführt worden, aber es wird vermutet, dass sich hier eine Reihen von Gräbern aus einer längeren Periode befindet.

Die Hügel Stabelhøje. Grabhügel aus der Bronzezeit